Wir und der Umweltbrief

In einer Infotainment-Gesellschaft werden wir täglich geflutet von Informationen und Werbung, die mit unseren ureigenen Interessen, Zielen und Bedürfnissen nur noch wenig zu tun haben.
Die Kommunikationslawine behindert Information. Alle Themen - auch Superthemen wie der Klimawandel - haben in den Medien nur eine kurze Halbwertzeit, denn auch die Medien machen ihr Geld mit kurzfristigen Hypes. Sie sind oft auch die Werkzeuge und Vasallen der reichen Lobbies hinter der Szene. So erklärt sich auch die Mediengleichschaltung nach dem 11. September 2001, nach der nur noch die offizielle Version publiziert werden sollte. Nur das Internet scheint noch nicht völlig gleichgeschaltet zu sein.

Darüber hinaus ist zu befürchten, dass uns die für uns wirklich bedeutsamen Themen, Nachrichten und Neuigkeiten gezielt verschwiegen werden, denn echte Innovationen und Veränderungen sind oft nicht erwünscht - nicht von der fossilen Wirtschaft, also auch nicht von ihren Politikern. Es reicht ja, wenn wir funktionieren und konsumieren...

So wird immer wieder gern unterschlagen, dass autarke Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien längst möglich ist - flächendeckend für ganze Länder. Auch die Nichtförderung dieser Technologien spricht Bände.
Atomkraft, Gentechnik, Nanotechnologie und Mobilfunk werden dagegen als gute und wichtige Technologien angepriesen, ungeprüft (doch meist reichlich subventioniert) auf Millionen von Menschen losgelassen, ohne dass ihre Nebenwirkungen auch nur diskutiert werden sollen. Hauptsache, es wird Geld damit gemacht.

Wir werden permantent vergiftet mit Strahlung, Pestiziden, Ausdünstungen, Weichmachern, Lebensmittelzusätzen, Antibiotika, Dieselruß und sonstigen Chemikalien - in Lebensmitteln, zu Hause und im Straßenverkehr. Die Regierungen und die EU reagieren mit Rauchverbot in Kneipen, nutzlosen Partikelfiltern und Herabsetzung der Grenzwerte.

Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.
Gustave Le Bon (Psychologie der Massen)

Das amerikanische Power Structure Research hat für die USA die entscheidenden Gesetzgebungsverfahren untersucht und gezeigt, wie Superreiche und Konzerne durch Fördermittel, Forschungsaufträge, Personal die wichtigsten Universitäten, Stiftungen und Denkfabriken in der Hand haben. Und von diesen Institutionen her wird "die Wirklichkeit definiert", werden Handlungsmöglichkeiten eingegrenzt und das politische Weltbild bestimmt.
Dass viele Medien zum Beispiel die Pläne zur Privatisierung von öffentlichem Eigentum unterstützt haben, war nicht sachlich bedingt, sondern eine Folge des Einflusses der Finanzwirtschaft auf die Medien. Sie hat auch die Ideologie propagiert, Maßstab des Erfolgs eines Managers sei der Shareholder value und dass alle Banken systemrelevant seien. Es gibt also ein milliardenschweres Interesse an der Verbreitung bestimmter "Tatsachen" und Ideologien. Wer viel Geld und publizistische Macht hat, kann die öffentliche und veröffentlichte Meinung und damit politische Entscheidungen wesentlich zu seinen Gunsten beeinflussen. Es waren der Medienunternehmer Hugenberg und seine Freunde, die die Wahl Hitlers ermöglicht haben.
So können Werbung und PR als Nachrichten (Fakten) untergeschoben werden, denn die Anzeigenkunden können die Inhalte von Texten bestimmen. Als Kritiker gerät man dabei schnell in die Ecke von Verschwörungstheoretikern.

Seichtheit ist angesagt, Entpolitisierung und leicht verdauliche Kost, die nicht zweifeln lässt an der achso demokratischen Konsum-Leitkultur nach US-amerikanischem Vorbild, an der zumindest alles transparent ist, was die sogenannten Promis angeht. Die Verblödungswirkung ist dabei durchaus erwünscht.

Ob Umwelt, Wirtschaft oder Politik - wirkliche Aufklärung kommt meist zu kurz. Manche Nachrichten, die allgemein einfach als gegeben hingenommen werden, bedürfen oft einer Prüfung, Auswertung oder kritischen Kommentierung. Andere müssen sogar erst aus der Versenkung geholt werden, da sie bei den Medien keinen Platz finden.
Viele der aufgetischten "Wahrheiten" sollen ohnehin nur den alten Lobbies und ihrer Machterhaltung dienen. Im Trend ist auch das "Greenwashing" von Industrie und Handel, um mit Alibi-Produkten den Umsatz zu steigern.
So ist das Thema Energieeffizienz (Sie sollen neue Kühlschränke, Waschmaschinen, Fernseher etc. kaufen...) derzeit in aller Munde, während die viel wichtigere Ressourceneffizienz kaum erwähnt wird. Das mag daran liegen, dass sie so direkt kein Geld einbringt und der ökologische Fußabdruck einer Ware (noch) nicht in den Preis einfließt.
Kühlschrank, Waschmaschine, Auto etc. verbrauchen nämlich während ihrer gesamten Nutzungsdauer nicht annähernd so viel Energie und Ressourcen wie bei ihrer Herstellung!
Die sog. Energiesparleuchte, die nun die Glühbirne ersetzen soll, erfüllt auch wieder nur eine Alibi-Funktion. Denn viel wichtiger ist es, die richtige Stromerzeugung zu wählen.
Interessant ist auch, dass es zwar seit mindestens 30 Jahren eine Anti-Atom-Bewegung gibt, doch noch längst nicht alle ihrer Anhänger Ökostrom kaufen.

Und warum fahren wir nicht zumindest in Ballungszentren mit Elektroautos?
Die Umstellung auf kostengünstige elektrifizierte Mobilität und Null-Emmissions-Betrieb könnte längst geschehen sein. Das Elektroauto ist schon seit 1995 serienreif, die Batterien sind viel besser als ihr Ruf und der dafür benötigte Ökostrom wäre bei entsprechender Nachfrage schnell zu erzeugen.
Die Autoindustrie täuscht jedoch immer noch vor, die Kunden würden Elektroautos (noch) nicht annehmen. Dabei wird doch erfahrungsgemäß jedes Produkt angenommen, das adäquat präsentiert und beworben wird!
Die Industrie kassiert seit 20 Jahren jährlich Milliardensummen an staatlichen Forschungssubventionen für die Wasserstofftechnologie, ohne dafür etwas anbieten zu können (oder zu wollen). Offensichtlich will die Industrie keine Öl-unabhängigen und fast wartungsfreien Elektrofahrzeuge...

Wir, ein team von ehrenamtlich tätigen freien Journalisten, haben uns daher zur Aufgabe gemacht, unsere besondere Aufmerksamkeit auf eben diese wichtigen Themen jenseits vom Mainstream zu legen, um auch heiklen und daher oft unten gehaltenen Nachrichten die Priorität zu verleihen, die sie verdienen - und das kurz und knapp mit weiterführenden Links.
Uns geht es vornehmlich um die Hintergründe und deren Analyse.

Pressefreiheit  ist leider nicht selbstverständlich, sondern oft auch von Annoncen-Werbung abhängig. Da wir weder in irgendeiner Form konzernabhängig sind, noch auf Werbepartner Rücksicht zu nehmen haben, kann unsere Arbeit und unsere Meinung frei bleiben.
Deshalb gibt es im Umweltbrief keinerlei Werbung!

Der Umweltbrief ist ein kostenfreier Online-Newsletter mit Hintergrund-Informationen aus Umwelt, Wirtschaft und Finanzen, der seit dem Jahr 2000 wöchentlich an eine stetig steigende Anzahl von Abonnenten verschickt wird.
Die Leserschaft bilden Wissenschaftler, Umweltpolitiker, Industrievertreter, Umweltschützer/innen und -Aktivisten sowie an einem nachhaltigen Leben interessierte Bürger/innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.


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Herausgeber und Initiator des Umweltbriefs ist der Hamburger Unternehmer und Umweltaktivist Norbert Drews, der sich seit den frühen 1970er Jahren mit den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigt.
Er initiert u.a. auch Projekte für nachhaltigen Konsum sowie strukturelle alternative Mobilität, wie den Umbau von Gebrauchtfahrzeugen auf Elektroantrieb.

Wir arbeiten ehrenamtlich, unabhängig und werbefrei.
Wenn Sie unsere Arbeit finanziell unterstützen möchten, schreiben Sie bitte an global@umweltbrief.de

 

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